Prostatakrebs: Stockholm3-Test erkennt aggressive Tumore zuverlässiger

20.09.2026

Stockholm3-Test: Aggressiven Prostatakrebs frühzeitig erkennen – auch bei unauffälligem PSA-Wert

Der PSA-Test ist eine wichtige Untersuchung zur Früherkennung von Prostatakrebs. Allerdings können auch bei niedrigen PSA-Werten aggressive Tumoren vorliegen, die durch den herkömmlichen PSA-Test möglicherweise übersehen werden.

Der in Schweden entwickelte Stockholm3-Test kombiniert den PSA-Wert mit weiteren Blutmarkern, genetischen Informationen und persönlichen Risikofaktoren. Dadurch kann er helfen, behandlungsbedürftigen Prostatakrebs frühzeitig zu erkennen und unnötige Gewebeentnahmen (Biopsien) zu vermeiden.

Eine aktuelle schwedische Studie zeigt, dass der Stockholm3-Test auch bei niedrigen PSA-Werten aggressive Tumoren erkennen kann.

Die Forschenden untersuchten die Daten von 968 Männern, bei denen im Rahmen einer Früherkennungsuntersuchung Prostatakrebs festgestellt und anschließend eine Operation oder Strahlentherapie durchgeführt worden war.

Nach zehn Jahren war bei 21 % der Patienten der PSA-Wert erneut angestiegen, was auf ein Wiederauftreten der Erkrankung hinweist. Bei 9,4 % wurde ein solches biochemisches Rezidiv als besonders risikoreich eingestuft.

Besonders auffällig war der Vergleich der beiden Testverfahren: Bei Männern mit einem PSA-Wert unter 3 ng/ml, aber auffälligem Stockholm3-Test, trat in 6,5 % der Fälle ein Hochrisikorezidiv auf. Bei Männern mit erhöhtem PSA-Wert und unauffälligem Stockholm3-Test waren es dagegen nur 0,8 %.

Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass der Stockholm3-Test aggressive Prostatatumoren erkennen kann, die bei einer alleinigen PSA-Bestimmung möglicherweise unentdeckt bleiben.

Schlussfolgerungen: Männer mit PCa, die auf niedrigeren PSA-Werten nachgewiesen wurden, beherbergen oft eine klinisch signifikante Erkrankung. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Integration von Stockholm3 in das Screening effektiv sein kann Identifizierung von Männern mit hohem Risiko bei gleichzeitiger Minimierung unnötiger Bewertungen unter denen mit geringes Risiko basierend auf PSA allein bei Männern mit einem mittleren PSA-Niveau durch zeitgenössische Definitionen.

Quelle: Hari T. Vigneswaran, European Urology, Volume 89, Issue 1, January 2026, Pages 82-90


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